Arten der Wühlmaus

Es gibt tatsächlich mehr als 150 verschiedene Arten an Wühlmäusen. Nicht alle sind unseren Breitengraden heimisch, wobei vor Allem Gartenfreunden diesen Umstand mit Erleichterung zur Kenntnis nehmen werden. Tatsächlich haben wir es im heimischen Garten, je nach Lage, zumeist mit einer von drei Arten von Wühlmäusen zu tun. Diese möchten wir Ihnen hier genauer vorstellen.

Wühlmäuse allgemein

Biologisch betrachtet gelten Wühlmäuse (wissenschaftlicher Name: Arvicolinae) als eine Untergattung der Wühler (wissenschaftlich: Cricitidae). Zu dieser Familie zählen auch Hamster und die so genannten Neuweltmäuse, die ihren Verbreitungsschwerpunkt auf dem Amerikanischen Kontinent haben. Einige der Arten, die wir hierzulande haben, haben ihren Ursprung ebenfalls in Amerika: So wurde die Bisamratte, die trotz ihres Namens zu den Wühlmäusen gehört, im 19. Jahrhundert als Pelzlieferant nach Europa eingeschleppt. Nachdem sich eine Population aus der Gefangenschaft befreit hatte, begannen sie sich stark zu vermehren.

Wühlmäusen ist die meist unterirdische Lebensweise gemeinsam. Dadurch haben sie, im Vergleich zu anderen Mäusearten, sehr kleine Ohren. Diese sind zudem oftmals im Fell verborgen. Der Schwanz ist kurz bis mittellang zu nennen. Bei aquatisch lebenden Wühlmäusen dient er der Navigation beim Schwimmen.

Feinde des Gärtners

Zwar gibt es in Europa mehr Wühlmausarten, jedoch kommen nicht alle dem Gärtner in die Quere: Die Bisamratte z.B. lebt gern am Gewässer und interessiert sich mäßig bis gar nicht für die Zierrosen. Andere Arte machen uns jedoch zu schaffen. Dabei handelt es sich um Schermaus, Feldmaus und Rötelmaus.

Die Schermaus

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Die Schermaus lebt gern im Wasser. An Land lebende Populationen bereiten Gärtnern jedoch viele Sorgen.

Die Wühlmaus wird oft auch als Schermaus bezeichnet. Generell gehört die Schermaus zu den Wühlern und zur Gattung der Wühlmäuse. Oftmals werden sie auch Wasserratte oder Scherratte genannt, weil diese Art besonders an Wasser gebunden ist. Bei uns in Europa verbreitet sind die Ostschermäuse und die Gebirgsschermäuse.

Besonders die Ostschermaus ist einer der häufigsten Schädlinge bei uns. Die Schermaus gehört neben der Bisamratte zu den größten Wühlmausarten in Europa. Ernähren tut sich die Schermaus sehr vielseitig. Am liebsten frisst sie Wurzeln aber auch oberirdische Teile von Pflanzen.

Gerade in Gärten gehören daher Früchte, Obststräucher, Weinstöcke und Apfelbäume zu ihren Hauptnahrungsquellen. Auch vor Blumenbeeten macht die Schermaus keinen Halt, wo sie am liebsten Blumenzwiebeln und Liliengewächse annagt.

Die Feldmaus

Auch die Feldmaus gehört zur Gattung der Wühlmäuse. Im Gegensatz zu anderen Arten fällt sie aber durch ihr weniger dichtes Fell, die großen Augen und die sichtbaren Ohren auf. Wie der Name schon sagt, bevorzugt die Feldmaus Brachflächen, tiefgründige Böden, niedrige Graslandschaften.

Besonders landwirtschaftlich genutzte Felder sind beliebte Wohnstätten der Mäuse. Wenn ein Garten jedoch in der Nähe eines Feldes liegt, kann es durchaus dazu kommen, dass die Feldmaus ihre Nahrungssuche bis zum Gartenzwerg ausweitet.

Eine Feldmaus hat einen sehr hohen Nahrungsbedarf und eine weite Aktivitätsspanne. Ernähren tut sich die Feldmaus am liebsten von Gräsern und Kräutern. An unterirdische Pflanzenteile und Rinden geht sie lediglich in den kalten Monaten.

Die Rötelmaus

Die Rötelmaus ist eher bekannt als Waldwühlmaus. Unterscheiden tut sich die Rötelmaus von anderen Wühlmausarten vor allem durch ihre rötliche Fellfärbung. Sie ist vorwiegend nachts aktiv. Charakteristisch für die Rötelmaus ist das Graben von oberflächlich verzweigten Gängen. Für Gärtner spielt die Rötelmaus nur eine Rolle, wenn das Grundstück in der Nähe eines Waldgebietes liegt: Dann kann es vorkommen – inbesondere in populationsstarken Jahren – dass die Mäuse ihr Revier erweitern und auch den Garten und seine Erträge gefährden.

Sie ernährt sich von Samen, Getreide, Früchten, Gräsern, Kräutern, Nüssen, Wurzeln und Knospen, aber auch Insekten gehören zum Speiseplan. Rötelmäuse sind sehr gute Kletterer, so dass sie auch gut an die Rinde junger Bäume kommen, um diese zu fressen. Das gefährdet junge Baumstämme und Sträucher.

Zwar gab es in den letzten Jahren einen sichtbaren Rückgang der Population, dennoch ist die Rötelmaus nicht gefährdet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Waldrändern, Feldgehölzen und Parklandschaften über Gärten und Fruchtfelder. Bekannt geworden ist die Rötelmaus aber als Überträger der Krankheit Serotyp Puumala, kurz PUU. Der Hantavirus kann bei direktem oder indirektem Kontakt mit infizierten Tieren übertragen werden. Besonders verbreitet ist die Infektionskrankheit in Süd- und Westdeutschland sowie in Nordeuropa.

Hinweis: Auch wenn Feldmaus und Rötelmaus nicht vorrangig in der Kulturlandschaft wohnen, können sie Schäden in Ihrem Garten anrichten. Lesen Sie weiter, wie sie Wühlmäuse vertreiben können.