Karbid gegen Wühlmäuse

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Reines Karbid ist weiß – im Handel hat es meist eine graue Farbe.

Calcium-Carbid, auch Karbid genannt, ist ein festes Element, welches aussieht wie graue Steine. In der Schädlingsbekämpfung wird es eingesetzt, weil bei der Hydrolyse (Reaktion mit Wasser) Gase freigesetzt werden. Aufgrund dessen ist der Einsatz von Karbid nicht ganz ungefährlich. In Verbindung mit Wasser setzt Karbid Acetylen frei.

Dieses Gas ist hochentzündlich und verbrennt in einer hellen Flamme. Daher wurde Karbid in früheren Tagen (manche Höhlenforscher nutzen es heute noch) im Bergbau eingesetzt, weil die Verbrennung eine helle Flamme erzeugt, die dennoch angenehm für die Augen ist.

Wenn man bei der Reaktion von reinem Karbid ausgeht, kann die stöchiometrische Formel wie folgt dargestellt werden:

CaO + 3 C → CaC2 + CO

In Worten gesprochen: Kalziumoxid reagiert mit drei Kohlenstoffatomen zu Kaziumkarbid und Kohlenmonoxid. Die Herstellung erfolgt in einem Schmelz-Reduktionsofen bei ca. 2000 °C.

Dadurch ist die Herstellung von reinem Karbid sehr teuer, weshalb die Produkte im Handel nur eine Reinheit von ca. 70 % aufweisen. Diese Reinheit reicht für die üblichen Anwendungen von Karbid (z.B beim autogenen Schweißen) aus. Jedoch entstehen bei der Hydrolyse bei unreinem Karbid eine Reihe von Nebenprodukten. Zu diesen zählen unter anderem:

  • Ammoniak
  • Monophosphan
  • Schwefelwasserstoff

Nebenprodukte sorgen für Vergrämung

Diese Nebenprodukte der Reaktion sind sehr geruchsintensiv. Deshalb wird Karbid beim Kampf gegen Wühlmäuse eingesetzt. Beim Einbringen in das Gangsystem sollen die Gase den Geruchssinn der Wühlmäuse angreifen, was diese zur Flucht bringt.

Bei der Anwendung von Karbid sollten Gummistiefel, Handschuhe und im besten Fall auch ein Mundschutz getragen werden, um sich nicht selbst zu gefährden. Durch kleine Löcher wird das Gas in die Erde gebracht. Die Löcher müssen verschlossen und markiert werden, damit Sie sehen, wo Sie mit dem Gas bereits gearbeitet haben.

Wichtig ist darüber hinaus auch, dass die Anwendung regelmäßig wiederholt wird. Nur so kann gewährleistet werden, dass keine neuen Bewohner in das Gangsystem der vertriebenen Mäuse einziehen.

Wichtig ist die wiederholte Anwendung vor allem nach Niederschlägen: Durch die Reaktion mit Wasser ist das Karbid nach erhöhter Feuchtigkeit schneller verbraucht als zu trockenen Zeiten.

Karbid ist im stationären Handel nur schwer zu bekommen. Jedoch können Sie bei verschiedenen Internethändlern fündig werden und sich das gekörnte Wundermittel so einfach nach Hause liefern lassen.

Vorteile

  • Schmerzfreie Methode
  • Wühlmäuse können dauerhaft vertrieben werden

Nachteile

  • Nicht ungefährlich in der Handhabung
  • Keine andauernde Gaszuführung im Gang, Gas verflüchtigt sich mit der Zeit
  • Gefährlich für Hunde und Katzen, die sich im Garten aufhalten könnten
  • Nicht immer effektiv

Wenn Sie vor dem Einsatz von Karbid oder Buttersäure zurückschrecken, können Sie sich auch an Hausmitteln versuchen.